Z7 Pratteln (CH)

19.05.2017


Einleitend, muss ich eine Story aus dem Übungsraum erzählen. In letzter Zeit fallen bei unseren Übungs-Sessions immer wieder markante Sprüche welche dann als „Spruch des Monats“ gekürt werden. Angefangen hat alles vor unserer Plattentaufe, als die Aussage „es dauert ja noch ein Monat“, die Toppquote erreicht hat. Weiter ging es mit „ist alles Kopfsache“, bis hin zum neusten Schlager „wir sind halt Profis“. Genau um das letzte Thema geht es in diesem Bericht vermehrt.
Wir haben uns auf ein Wiedersehen mit Clawfinger sehr gefreut. Umso geiler wenn das Ganze noch im Z7 von statten geht. Schon bei unserer Ankunft in Pratteln wurde uns einmal mehr bewusst, dass die Organisation in diesem Club sehr professionell ist. Da fährt man dann schön mit dem Bus in die Halle und die Backline wird mit dem Gabelstapler auf die Bühne gehievt!
Unsere Show war auf 45min angesetzt. Und wehe du spielst eine Minute länger! Das Publikum war ganz gut drauf. Wir wurden zumindest nicht mit Bier beworfen. Das kann als Vorband von Clawfinger schon Mal vorkommen. Aber eben „wir sind ja Profis“ und wissen, dass die Leute ihr Geld für die alten Säcke aus Schweden ausgegeben haben.
Das Beste ist mir dann nach dem Gig passiert. Ich kämpfte mich durch die Menschenmenge bis zum Merch-Stand. Da kam eine junge Dame angeflogen und hat mich tatsächlich gefragt ob ich im „richtigen Leben“ Banker sei! Ich Banker? Hallooooo, „wir sind Profis“. Ich wusste gar nicht ob ich das nun als Kompliment oder als Beleidigung sehen sollte. Bin ich der Banker, smart, gut aussehend und chic gekleidet der mit seinem supergeilen Sportwagen vorfährt? Oder bin ich der Banker der mir eine Hypothek verweigert, am Ende des Jahres einen fetten Bonus abkassiert und meine Kohle in Glencore investiert und so zur Zerstörung des gesamten Planeten beiträgt? Schon frech zu denken, dass wir noch arbeiten müssen!!
Um 01:00 war laut Zeitplan Cerfew, sprich fertig im Backstage rumhängen und sinnlos Party machen. Im Z7 ist dann wirklich Feierabend und man wird freundlich gebeten den Club nun doch zu verlassen. „Profis halt“!

Euer Honest Martin

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Böröm Oberentfelden (CH)

01.04.2017


Etwas spät für diesen Bericht, denkt ihr wohl! Nun, es gibt einen deftigen Grund dafür.
Ich habe kaum Erinnerungen an diesen Abend. Ich bin wohl in dieser Nacht schwer gestürzt und habe mir den Kopf derart gestossen, dass mein Hirn einen Neustart machen musste. Band-Interne Recherchen haben auch nichts gebracht. Auf meine Fragen gab es immer dieselbe Antwort: „hmmm ich kann mich nicht erinnern“! Logische Schlussfolgerung: wir haben ein kollektives Trauma erlebt! Sind wir alle die Treppe runter gefallen oder hat man uns K.O.-Tropfen in unser Mineralwasser gemischt? Ahh genau, apropos Mineralwasser. Kommt mir grad in den Sinn, dass an diesem Tag ja mein Geburtstag war. Nun dämmert es mir langsam. Mir ist es gerade gelungen eine mini Sequenz aus meinem Archiv zu holen. Ich sehe ein kleines Glas mit einer klaren Flüssigkeit in meiner rechten Hand und ein Zitronenschnitz in der Linken. Irgendein Spinner hat mir sogar Salz auf meinen Handrücken gestreut.
Glücklicherweise haben unsere Kumpels von „Jerry and the final thoughts“ zwei Wochen später im Böröm gespielt. Die „Jerrys“ haben dem Res sein verloren geglaubtes Hemd zurück gebracht und liessen ausrichten, dass der Res gerne ein weiteres Mal als DJ im Böröm pöm pöm auftreten dürfe!

Euer Honest Martin

Sommercasino Basel (CH)

25.03.2017


Der „kleine Teufel“ auf meiner linken Schulter drängt mich zu einer negativen Schilderung von unserem Konzert in Basel. Der „kleine Engel“ auf meiner rechten Schulter singt mir ins Ohr und überzeugt mich doch vom Gegenteil. Also lass ich den „Grumpy Old Buechi“ in der Box.
Diese verfluchten Idioten hatten nicht genug Bier…..äh sorry….halt die Fresse „kleiner Teufel“! Überraschungen gibt es auch nach fast 20 Jahren Bandgeschichte immer noch.

Überraschung Nr.1: Unser Auftritt im Sommercasino war im „Club“ angesagt. Obwohl wir schon mindestens zwei Mal im Sommercasino gespielt hatten, war uns nicht bewusst, dass in diesem altehrwürdigen Gebäude ein zweites Lokal versteckt ist. Quasi ein Pendent zur Raumbar in der Kofmehl. Klein aber fein.
Wir hatten mit der Basler Band Tay/Son einen Austausch gemacht. Sie waren Opener an unserer Plattentaufe. Im Gegenzug durften wir den Abend von ihrer Plattentaufe eröffnen.

Überraschung Nr.2: Get in war um 17:30. Wir sassen aber schon um 17:28 mit dem ersten kühlen Blonden in der Abendsonne von Basel. Wir waren also tatsächlich zu früh vor Ort. Ein eher seltenes Bild in unserer Karriere. Unser Soundcheck war auf 18 Uhr angesetzt. Doch diese verdammten Dep……….schweig „kleiner Teufel“! Der Soundcheck verlief mit etwas Verspätung problemlos.

Überraschung Nr.3: Als wir um 21:15 die Bühne in Beschlag nahmen, standen bei jedem Musiker drei kleine Flaschen Wasser mit einem frisch gewaschenen Handtuch. Passiert auch nicht wirklich oft an unseren Gigs. Die Show war, wie immer, gut! Anscheinend gab es während unserem Auftritt jedoch ein Problem mit dem Sound. Wie sich herausstellte war ein Limiter installiert. Das hatte zur Folge, dass der Pauly am Mischpult kurz ins Schwitzen kam. Mal war es zu laut und dann wieder zu leise. Die Jungs vom Sommercasino hatten leider vergessen den Limiter auszuschalten oder ihn zumindest zu erwähnen! Blöde Wix…………es reicht „kleiner Teufel“!

Überraschung Nr. 4. Wir sind um 02:00 in Basel losgefahren. Ich war aber trotzdem erst um 04:30 zu Hause! Scheiss Sommerzeit…….zum Teufel!

Euer Honest Martin

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AJZ/GaskesseL BIEL (CH)

18.02.2017


Ich blicke zurück und sehe mich selber im Backstage vom AJZ sitzen. Es muss wohl so um 01:30 Uhr sein. Ich bin verschwitzt und rauche eine Zigi. Jemand spricht mit mir. Ich kann mich nicht daran erinnern wer es war und was diese Person genau zu mir gesagt hat. Ich fühlte mich ausgepowert, leer aber verdammt zufrieden! Ich brauchte, wie meistens nach einem Konzert, eine halbe Stunde um wieder runter zu kommen. Runter vom Adrenalin-Flash, nicht von dem Kilo Kokain welches ich am Vorabend in Zug gekauft hatte! Plötzlich ist der ganze Druck wie weggeblasen. Ein Druck den ich mir selber gemacht hatte.
Es war unsere Plattentaufe, unsere erste Show im AJZ seit sechs Jahren. Ein wichtiger Termin den viele Fans, Freunde und Freaks mit uns teilen wollten! Sehr geil, ich wurde auf Händen getragen, mir wurde Bier über die nackten Füsse geleert und ich habe nach dem Gig zu bizarrer Disco-Musik getanzt. Ich hatte fast ein schlechtes Gewissen, als ich mich um 03.00 Uhr bei meinen Band-Members verabschiedete und nur noch eines wollte. Nach Hause gehen und einen Wurstsalat verdrücken! Jessi meinte nur: Waaas du haust schon ab? Als ich an der frischen Luft war und einen verwegenen Blick auf die Uhr wagte, habe ich erst geschnallt, dass eben doch schon 05:00 Uhr war!

What a Night!

Euer Honest Martin

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PODIUM 41 Zug (CH)

17.02.2017


Finally, nach drei Monaten Bühnenentzug und gefühlten 50 Mal üben, waren am 17. und am 18. Februar 2 Shows angesagt. Nicht irgendwelche «Füdlegigs», nein verflucht. Es war das Wochenende unserer Plattentaufe!!
Wir nutzten den Auftritt vom Freitag im Podium 41 in Zug als Hauptprobe. Viel mehr möchte ich zu diesem Konzert nicht sagen! Hmm ok, nur so viel. Um ehrlich zu sein, war es ein mini «Füdlegig»! Einzig die Begegnung mit dem Team vom Podium, hält mich davon ab hier so richtig zu motzen.
Das Podium 41 ist ein Begegnungsort direkt am Zugersee. Die Beiz bietet extrem leckeres Essen an und veranstaltet periodisch eben auch Konzerte. Nun der Haken: Dort schleichen dann halt schon am Nachmittag diverse Zombie-Gestalten ums Haus. Am Abend treffen dann auch alle Members vom Alkistübli dort ein und gesellen sich unter die triebigen Geschäftsleute die versuchen diverse Pulver und Pillen an den Mann zu bringen. Sorry, wenn ich jemanden Grüsse, heisst das nicht automatisch das ich gerne 1 kg Kokain kaufen möchte! Kann ich dann eben auch begreifen, wenn dem Podium 41, nicht die Türen eingerannt werden! Es hatte also nicht sehr viele Besucher an diesem Abend. Zahlen wollen wir keine nennen. Nur so viel, man hätte mit den anwesenden Leuten nur Knapp eine Fussballmannschaft stellen können! Anyway, wir haben um 21h abgedrückt. Hatten um 23h zusammengepackt und waren um 00:30 im Pooc um ein Schlummerbecher zu geniessen.
Gefreut hat mich eine Aussage von unserem Neo-Drummer Heinz Baumann. Er war erstaunt, dass wir trotz diesen Umständen alles gegeben haben. Gig ist eben Gig! Willkommen bei Treekillaz"!

Euer Honest Martin

Rockshot SUMISWALD (CH)

04.07.2014


Howdy!

Eine Woche ist es nun her. Ich fühlte mich als würde mir der Boden unter den Füssen weggezogen! So oder ähnlich und weshalb ich nun plötzlich Zeit habe solch ellenlange Berichte zu schreiben, erfahrt ihr etwas später.
Let’s start from the beginning.

Einmal mehr im hügeligen Emmental. Einmal mehr in Sumiswald. Einmal mehr ein Festival. Ein Festival von dem ich noch nie etwas gehört hatte! Kein wunder…es wurde zum ersten Mal organisiert.
Kompliment an die Organisatoren. Es hat an nichts gefehlt! Hinter der Bühne hatte es sogar von diesem komisch riechenden Kraut, dass manche Menschen zu rauchen pflegen, gratis und franko auf einem Tisch liegen. Ein Wunder haben die Jungs einem nicht gleich einen vorgedrehten Spliff angeraucht und hingestreckt!
Einzig der „Petrus“ der blöde Siech, war wohl in mieser Stimmung! Kurz nach unserer Ankunft kam starker Wind auf. Wie erwartet begann es auch wie aus Kübeln zu regnen!
Scheissegal! Wir freuten uns trotzdem auf unsere Show.
Dann plötzlich, kurz vor unserem Auftritt, lässt der Regen tatsächlich nach! Doch nicht ein soooo blöder Hund dieser „Petrus“!
Trotz letzten Tropfen, wagen sich immer mehr Zuschauer vor die Bühne. Wir machen einen kurzen Line-Check und dann ab die Post!
Alriiiiiiiiiiiiiiiiight…………let’s go……….knack, päng, ratsch, was zum Teufel?
Ohne überhaupt ein einziges Wort gesungen zu haben, verspüreich in meinem rechten Fuss einen unglaublichen Schmerz! Ein Knall fährt mir durch Mark und Bein!
Ich sacke beim Abstehen zusammen, als wäre ich hackedicht. Ich rappel mich auf und versuche wieder Haltung einzunehmen. Das passierte alles in Bruchteilen von Sekunden und mit Singen muss ich doch auch gleich einsetzen.
Hilfe!! Ich habe mein rechtes Bein nicht unter Kontrolle. Bei jedem Abstehen fühlt es sich an als würde ich auf Gummi gehen, als würde ich in ein 20 cm tiefes Loch treten.
Scheisse was geht ab?????
Wir spielten den ersten Song durch. Soweit ich mich erinnern kann, teilte ich meinen Jungs mit, dass etwas nicht ganz „juscht“ ist. Wir spielten den zweiten Song.
Bis zu diesem Zeitpunkt war ich mir nicht im Klaren was genau kaputt war!
Ich setzte mich auf das Schlagzeugpodest, trank zur Beruhigung einen grossen Schluck Bier und zog langsam das rechte Hosenbein hoch. Ein kurzer Blick und mir war alles klar!
Über der Ferse, wo eigentlich die Achillessehne sein sollte, war nur noch Haut und Gewebe. Nix mehr da! Achillessehnenriss!!
Nach kurzer Absprache mit Jessi, Resus und Tom, haben wir entschlossen das Konzert nicht abzubrechen, sondern noch ein paar Songs durch zu ziehen!
Die Organisatoren versuchten mir den weiteren Verlauf der Show möglichst angenehm zu gestalten. Sie stellten mir einen Stuhl, eine Kiste inklusive Polsterung und ein Tablett mit Whiskey, Bier und anderen schmerzlindernden Gesöffen auf die Bühne. Ich konnte also sitzen, hochlagern, singen und mir dazu die Kante geben.
Hab ich natürlich nicht gemacht. Da die Schmerzen stetig zunahmen, wusste ich das ich sicher noch in die Notaufnahme fahren musste. Ich wollte ja nicht mit 2,3 Promille im Spital einmarschieren oder in meinem Fall eher einhinken!
Irgendwann wurde es mir zu Bunt. Ehrlich gesagt, weiss ich nicht mehr wie viele Songs ich durchgehalten habe. Der Körper verarbeitet wohl solche Vorfälle auf seine eigene Weise. Adrenalin sei Dank! Ich verliess die Bühne und wurde ins Spital gefahren. Das Geilste finde ich eigentlich, dass die Jungs auch ohne mich noch weiter gespielt haben! RESPECT!
Mein Aufenthalt in der Notaufnahme dauerte mit Anmeldung, warten, mit Assistenten reden, warten, mit Arzt reden, auf Diagnose warten, mit Assistenten reden, warten ob eine geeignete Schiene im Haus ist, Schiene anlegen, auf Medikamente und Protokoll warten rund zwei Stunden.
In dieser Zeit hatten meine Bandkumpels zu Ende gespielt, gefeiert und zusammengepackt. Die konnten mich also gleich im Spital abholen.
Inzwischen ist mein Haxen operiert. Geduld und Disziplinsind nun gefragt!
„Chunt scho guet“

Euer Honest Martin

WILLEMSOORD (NL)

24.05.2014


Irgendwie verspüre ich den Drang mal wieder einen Konzertbericht zu schreiben.
Sei es weil sich dieser Ausflug ins Land der Tulpen wirklich gelohnt hat oder weil ich nun eben doch noch eine Karriere als Schriftsteller anstreben werde????
Anyway, bei „gelohnt“ spreche ich natürlich nicht von der finanziellen Seite.
Ob Musiker oder Schreiberling, am Hungertuch nagen die doch alle irgendwie!
 
Distanz zum Ziel: 835 km
Dauer der Reise: ca. 8h
 
Der Treekillaz-Ältestenrat hatte beschlossen die Anreise etwas angenehmer als auch schon zu gestallten. Die acht Stunden wurden nicht mehr durchgebolzt sondern in zwei, unserem Alter angepassten Etappen aufgeteilt. Sprich, Abfahrt war schon Freitagabend. Rund vier stunden Fahrt bei gemütlichem Zusammensein……danach ein schäbiges Zimmer in einem heruntergekommenen Motel nehmen……..ein paar Stunden pennen……am Samstag gemütlich ans Ziel tuckern……ausgeruht am Festival eintreffen! Diesen Plan haben wir, abgesehen von einem kleinen Unterschied, eigentlich auch eingehalten.
Es ist doch so: Sobald ein männliches Wesen sich unter Gleichen fühlt, in einen Bandbus einsteigt und an der Tankstelle vor dem Biersortiment steht, gibt es kein Halten mehr! Wir deckten uns mit Reserven ein, als gäbe es kein Morgen.
Na dann Mal los….erste Pinkelpause erst nach der Grenze! Das war echt Rekordverdächtig! Da wir einen „Nichtraucherbus“ gemietet hatten, häuften sich die Pausen aber bei längerer Fahrt immer in kürzeren Abständen!
Kleine Anmerkung der Redaktion: Richu, unser Fahrer ist Topseriös…..aber nur wenn er fahren muss!
Irgendwann so gegen 01:30 haben wir uns spontan für ein Motel entschieden. Resus und Tom hatten eine ganze Kiste geleert. Nach eigenen Angaben waren sie ziemlich zugedröhnt!!!!
Gute Voraussetzungen um den letzen Punkt von unserem eigentlichen Plan einzuhalten oder? Von wegen ausgeruht am Festival eintreffen………. 
 
Ankunft in Willemsoord war am Samstag ca 16:45! Kurz die Lage abchecken und erste Kontakte mit dem Veranstalter knüpfen! Das Festival war eine Mini-Barbarie.
Gratis Eintritt, eine Openair Bühne und eine Indoor Bühne. Es gab keinen eigentlichen Backstage Bereich. Getränke mussten mit Festival eigenen Coins bezogen werden. Der Veranstalter hat jedem von uns vier Coins in die Finger gedrückt. 17:23……sorry we are out of Coins!!!!! Whaaaaaat you are out of Coins?
Hmmm sorry, wer serviert schon Bölkstoff in 2 dl Bechern!!!!!
Wir gönnten uns danach einen kleinen Spaziergang zu einem Restaurant. Da es in diesem Kaff anscheinen keine Beiz gibt, mussten wir rund 2 Km weit gehen.
Jessi hatte nach nur 1 Km eine kleine Krise!!! In Sportlerkreisen nennt man das dann wohl den Hungerast!!!!! Er hat es Dank unserer mentalen Unterstützung doch noch ans Ziel geschafft! Lecker Essen und lecker Wein war angesagt!
 
Um Mitternacht war Showtime! Ein solider Gig vor geilem Publikum! Holland halt!
Ich persönlich habe bei den „Mier Neuker“ immer Spass!
Party on bis 04:30! Diverse Gestalten konnten um diese Zeit kaum gerade stehen, geschweige denn einen vollständigen Satz bilden!!!! Nicht ich hahahaaaaaaa!!!!

Euer Honest Martin

TOUR 2011: DRACHTEN (NL)

12.11.2011


Weiss der Teufel warum, aber in der letzten Zeit haben wir auf unseren Ausland Trips immer ein Problem mit unseren Fahrzeugen. Beim letzten Mal war es der Anhänger und dieses Mal unser Bus.
Wenn der Jessi mir sagt, dass der Bus extrem nach rechts zieht, ist meine Antwort meistens, dass es die Spurrinnen sein müssen oder dass er spinnt! Wenn er mir es aber ein zweites Mal sagt und sich unter meinen Füssen komische Geräusche mit extremen Vibrationen vermischen, dann kann etwas nicht stimmen! Blinker raus und Vollbremse auf dem Pannenstreifen. Pneu vorne rechts Luft raus.
Scheisse, haben wir eigentlich einen Ersatzreifen und wo zur Hölle ist das Pannendreieck? Pannendreieck gibt es nicht. Ersatzrad aber schon, uff noch mal Glück gehabt! Dank tatkräftiger Mithilfe von unserem Mischer war der Radwechsel innert 15 Minuten vollzogen. Eigentlich erstaunlich für einen Basler Bebbi der sonst nur an Knöpfen herumdreht und täglich die NZZ auswendig lernt!
Weiter geht die Fahrt. Das Ziel heisst Drachten. Eine kleine Stadt im hohen Norden von Holland.
Der Club war genial. Nur schade betrinken sich die Bewohner dieser Stadt lieber in einem Pub im Stadtzentrum. Ich war an diesem Abend nicht in Hochform. Glücklicherweise hat sich Jessi als Entertainer geoutet und die Angelegenheit mit Bravour gerettet!
Die beste Story hat mir aber der Clubbesitzer gesteckt. Er erzählte von einem kleinen Unfall mit seinem Haustier. Er und seine Freundin hatten eine Ratte. Ok, eine Ratte als Haustier ist ja schon speziell genug, aber dass er die Ratte mit ins Bett genommen hat ist schon eher fragwürdig. Die Ratte war also unter der Bettdecke und habe anscheinend an seinem besten Stück geschnuppert. Leider ist es nicht beim Geschnupper geblieben. Die scheiss Ratte hat den Typen tatsächlich in die Eichel gebissen! Ist bestimmt ein schöner Moment wenn du deinem Arzt diese Sachlage erklären musst!

Euer Honest Martin

TOUR 2011: HELMOND (NL)

11.11.2011


Der Tag an dem alle Heiraten wollen!
Der Tag an dem Karneval beginnt!
Wie es der Zufall so wollte, konnte ich schon im Vorfeld von unserer Show an beidem teilhaben.
Während meine lieben Mitmusiker sich mit dem Aufstellen beschäftigt haben, bin ich mit dem Clubbesitzer ins Hotel gefahren um schon mal die Zimmer zu beziehen.
Was geht denn hier ab, dachten wir. Vor dem Hotel eine Meute gut gekleideter Damen und Herren!
In der Lobby ein Tisch voll mit Apérohäppchen und Weisswein! Wir sind voll in eine Hochzeit rein geplatzt. Ich konnte es mir logischerweise nicht verkneifen diese Situation zu nützen. Wir kämpften uns durch die Gäste, ein Gruss hier, ein Winken dort, und wir waren am Ziel. Lachsbrötchen und gratis Bier gibt es ja nicht jeden Tag. Die Braut habe ich nicht geküsst. Das wäre wohl etwas zu viel gewesen. Martin the Wedding Crasher! Im zweiten Saal war dann auch noch gleich der Prinz Karneval mit seinen Leuten am Start. Ich hatte also schon ein Fest vor dem Fest.
Das Muziekcafé ist ein Laden wie wir ihn lieben. Solche Clubs braucht das Land! Rauchverbot wird konsequent ignoriert, Leute tanzen und feiern bis in die frühen Morgenstunden.
Ich habe übrigens zum ersten Mal in meiner Laufbahn ein unmoralisches Angebot erhalten. So ne Tussi hat mir einen Zettel auf die Bühne gelegt, auf dem folgendes zu lesen war: Hey Handsome see you after. Es folgten zwei weitere Nachrichten auf Bierdeckeln, an die ich mich aber nicht mehr wirklich erinnern kann. Solche Sachen machen mir Angst! Ich musste mich also ein halbe Stunde lang im Backstage verstecken, bis die Holde sich einen anderen geangelt hatte.

Euer Honest Martin

TOUR 2011: Amsterdam (NL)

10.11.2011


Wir hatten uns entschlossen am Mittwochabend in der KuFa in Lyss zu üben und von dort aus direkt Richtung Amsterdam los zu fahren. Unser Plan war es, eine erste Etappe bis Frankfurt zu fahren und dort ein Motel zu nehmen. Gerädert von den ersten paar Stunden Fahrt versuchten wir um 05.30 Uhr ein Zimmer zu kriegen. Anscheinend sind die Receptionisten auf den deutschen Raststätten nicht auf solche Situationen vorbereitet! “Waassss? Ihr wollt ein Zimmer? Jetzt?!“ Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!
Der Plan hat funktioniert und wir konnten so wenigstens ein paar Stunden ausruhen.
Das Café Pakhuis Wilhemina ist ein Club etwas ausserhalb vom Zentrum… leider! Es war der erste Tag mit winterlichen Temperaturen… leider! Am nächsten Abend spielt eine Aerosmith Cover Band welche wohl alle Leute sehen wollten und deshalb nicht auch am Donnerstag in den Club kommen wollten… leider! So kam es, dass Chab unser Zuschauer-Tippspiel gewonnen hat! Sein Tipp: 7 Zuschauer! Anwesend waren 6 zahlende Gäste! Zum Glück habe nicht ich gewonnen. Mein Tipp war 0!
Immerhin war der Merchandise-Verkauf ein Erfolg! Zwei Cd’s und ein T-Shirt, eine Bilanz die sich sehen lassen kann! Würde man diese Zahlen auf 600 Zuschauer hochrechnen, könnten wir wohl schon fast vom Musizieren leben. Aber aber, wir lassen ja die Köpfe nicht hängen!
Nach dem Gig mussten wir natürlich noch Downtown Amsterdam abchecken.
Viele Bars waren schon geschlossen. Wer Durst hat findet aber immer eine Spelunke welche auch in frühen Morgenstunden noch etwas Flüssignahrung anzubieten hat. Ich frage mich nur ob es in dieser Stadt normal ist, dass am Eingang ein Metalldetektor steht und man danach noch abgetastet wird!
Schliesslich genossen wir zu stupider Technomusik noch das wohlverdiente Feierabendbier!

Euer Honest Martin

TOUR 2010: KOBLENZ (DE)

13.12.2010


Inzwischen sind seit unserem letzten Auftritt zwölf Tage vergangen. Die Nervenaufreibende Weihnachtszeit ist endlich vorbei! Ich sitze hier, bezirze mein Gehör mit der letzten Platte von Alice in Chains und versuche mich an den Abend in Koblenz zu erinnern. Vielleicht sollte ich ein Bier trinken und so versuchen die Memoiren wiederherzustellen! (Bin danach zum Kühlschrank gegangen und habe mir ein Quöllfrisch genehmigt) Hell yeah.... das funktioniert ja tatsächlich! Prost allerseits!
Wie es sich gehört, wollten wir die Jungs von Blind zum Abschluss noch beschenken. Ist ja nicht einfach, etwas Passendes für eine ganze Band zu finden. Wir beschränkten uns also auf Gunnar! Da er andauernd mit einem Besen tanzte und sich beim einladen mehrere Male den Kopf gestossen hatte, lag es auf der Hand was er kriegen sollte! Ab in den Baumarkt! Wir kauften ihm einen Bauhelm in dezentem gelb und ein Besen aus Buchenholz!
Unser Auftritt war von einem eigenartigen Feeling begleitet! Einerseits ist man froh, dass man bald wieder in seinem eigenen Bett schlafen kann, anderseits würde man noch gerne ein paar Wochen weiter umher ziehen! Mir kam es vor, als wollten wir am letzten Konzert der Tour noch mal alles geben. Ein Gig mit sehr viel Energie und einer Portion „we don’t give a fuck“!
Danach ging alles sehr schnell! Blind haben gespielt. Wir haben das Geschenk übergeben. Ich habe noch einen Vodka gestürzt. Plötzlich sassen wir in unserem Bandbus und waren auf dem Weg nach Hause! It‘s over! An dieser Stelle ein fettes Danke an alle Beteiligten! Ich hatte extrem viel Spass!
 
Nachtrag:
Im Circus Maximus gibt es angeblich keine Dusche. Da ich nach einem Auftritt aber gerne ein wenig Körperpflege betreibe, sagte ich mir, dass kann ja wohl nicht sein! Ich habe im Backstage alle Türen geöffnet und fand mich in einem Treppenhaus wieder! Diese Türe war eine Fluchttüre! Sprich, nur von innen zu öffnen! Ich hatte mich rausgesperrt! Ich irrte im ganzen Gewirr von Gängen und Treppen umher. Plötzlich stand ich in einem Büro! Eine ältere Dame hat mich darauf hingewiesen, dass ich wohl nicht hier hin gehöre!! Es gibt also tatsächlich keine Duschen im Circus Maximus!
 
Euer Honest Martin


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Wir erhielten zum Abschluss der Tour von Blind noch ein Original-Trikot der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft!

Vielen herzlichen Dank!

TOUR 2010: HAMBURG (DE)

12.12.2010


Parkplatz vom Nightliner auf der gegenüber liegenden Strassenseite! Super! Die ganze Backline, musste bei regem Verkehr, über eine vierspurige Strasse geschleppt werden. Der Club heisst Logo. Sagt man nun „Das Logo“ oder „Der Logo“? Wahrscheinlich einfach „Im’s Logo“! Der Club ist eine altehrwürdige Location. Wir haben schon zweimal dort gespielt und wussten auf welche Gegebenheiten wir treffen werden. Der Backstage ist nämlich nur für rund fünf Personen geeignet. Wir sind aber zwölf! Voll eng die ganze Sache! Unsere Show war gar nicht mal von schlechten Eltern! Mühsam ist es nur, wenn mitten in der Bühne ein Betonträger positioniert ist. Nennt mich doch bitte ab heute: „Dances with sö Betonpfosten“.
Blind haben meiner Meinung nach, an diesem Abend, einen der besten Gigs auf der Tour gegeben! Steve hatte sehr viel Energie in seinen Vocals und überzeugte mit extrem viel Charme! Wie die Musiker gespielt haben kann ich nicht beurteilen…….bin ja auch nur Sänger!
Buscall war schon um 01.00 Uhr. Einladen und los Richtung Koblenz. René, der Fahrer, hat übrigens ein Ritual eingeführt. Irgendwo und irgendwann wird immer bei Mc Donalds angehalten. Auch diese Nacht war das nicht anders. Problem: Restaurant war schon zu. Es gab nur noch was am Drive-In! Ein unvergessliches Bild. Zwölf angetrunkene Idioten gehen zu Fuss zum Drive-In und bestellen ihr Essen! Irgendwann kam da noch so ein Zigeuner im fetten Mercedes angefahren und wollte noch eine kleine Schlägerei provozieren. Wir als Schweizer sind aber Pazifisten und laufen in solchen Situationen lieber davon!!!!
 
Euer Honest Martin

TOUR 2010: Wilhelmshaven (D)

11.12.2010


Shit, diese Jungs sind ja wohl Hardcore! Ich hatte sicher am wenigsten getrunken und bin trotzdem als letzter aufgestanden! Als ich in den Club kam, war schon alles aufgestellt und Blind waren bereits am Soundcheck. Guido, Bassist von Blind, hatte sich in der letzten Nacht auf irgendeine Art und Weise den Zeigefinger an der linken Hand verstaucht. Er versuchte mit Eiswürfeln und Voltaren die Schmerzen zu lindern. Die Gespräche im Backstage handelten natürlich nur von der Fete der letzten Nacht.“Ej wat is denn mit meinem Finger passied. Kann mich ja an nix erinnern, Mensch“.
Glücklicherweise wurde genügend Beweismaterial auf Bild und Film gesammelt! Hahaha, allgemeines Kopfschütteln beim Betrachten dieser einmaligen Aufnahmen!
Das Pumpwerk wurde Ende der 70er Jahre in ein Kulturzentrum umgebaut. Die Innenräume wurden mit viel Liebe zum Detail gestaltet! Pumpengetriebe, Motoren und Leitungsrohre sind gekonnt in die Räumlichkeiten eingebaut worden! Fassungsvermögen: ca 800 Personen. An diesem Abend haben sich leider nur um die 150 Zuschauer dorthin verlaufen. Egal! Let’s rock that house!
Während unserem Auftritt hatte tatsächlich eine Zuschauerin die Frechheit sich mitten vor der Bühne auf den Boden zu setzen! Das lass ich mir doch nicht gefallen! Ich habe sie Aufgefordert sich doch gleich hinzulegen! Die dumme Sau hat das auch gemacht! Hab mich dann halt auf sie gelegt und den Rammler gespielt! Keine Angst, sie war nicht so hübsch...
Nach dem Gig gab’s noch den obligatorischen „Fürobedrink“. Ich hatte nur zwei Jägermeister. Als ich zu Bett ging war die Flasche noch voll! Zwei Stunden später war sie leer!
 
Euer Honest Martin

TOUR 2010: GREVEN (DE)

10.12.2010


Wow, ich weiss gar nicht ob ich alles was sich an diesem Abend abgespielt hat, auch in Worte fassen kann! Das Konzert war ganz ok! Die Leute waren zu Beginn etwas verhalten, sind aber gegen Ende der Show aufgetaut.
Kommen wir zum Thema Treppe. Wir mussten ja am ersten Abend unbedingt die Treppe von Steve einladen. Ich dachte zuerst, dass der Sänger von Blind einen Witz machte! Nein, er meinte es tatsächlich ernst! Es soll halt auf Fotos einfach besser aussehen wenn er auf der Treppe eine Show abzieht. Ich musste schmunzeln, habe aber die Treppe gerne eingeladen. Nun lag also diese Treppe während 10 Tagen im Bus, wurde jedoch nie benutzt! Es war definitiv an der Zeit die Treppe ins Spiel zu bringen. Wir haben zum vorletzten Song von Blind die Treppe aus dem Bus geholt und sie auf die Bühne getragen. Steve wurde von uns genötigt die Treppe endlich zu brauchen! Steve hat übrigens total cool darauf reagiert. Ein Kompliment an ihn: die Treppe wirkt wirklich voll geil! Bin mir ernsthaft am überlegen ob ich mir auch so ein Ding bauen soll!
And now something completely different! Die Aftershow Party hat alles was ich in meinem Musikerleben erlebt habe getoppt! Es begann ganz normal. Ein Drink nach der Anstrengung schmeckt immer lecker. Ich gehöre eher zu der Gruppe von Biertrinkern. Nicht so die anderen Jungs die auf der Tour dabei sind! Die killen einen Vodka-Redbull nach dem anderen! Der Veranstalter machte einen Fehler! Er hat mit seiner Spezialmischung mit dem beängstigenden Namen „Des Todes“ angegeben! „Des Todes“ besteht aus 2,5 dl Whiskey und 0,5 dl Cola! Ich habe nur einen Schluck versucht. Das reichte jedoch schon um einen kleinen Brechreiz zu provozieren. Meine trinkwütigen Kollegen haben es nicht lassen können und tranken einen Spezial-Mix nach dem anderen.
Die Party entwickelte sich zum Tannenbaum-Besen-Massaker! Gunnar hat mal wieder den Besentanz zelebriert und dabei drei Besen zerstört. Plötzlich kam der Typ mit dem Weihnachtsbaum samt Kugeln daher getanzt. 100 Kugeln verwandeln sich innert kurzer Zeit in 10‘000 Scherben. Im Backstage lief eine Parallelveranstaltung von Jessi. Er machte eine Ego-Disco und tanzte mit sich alleine. Ich bin zwischen Backstage und Konzertsaal hin und her getorkelt. Ein Bierchen vorne und ein Bierchen hinten. Als ich nach 10 Minuten Mallorca Musik im Saal wieder Lust auf Jessi-Disco hatte, traute ich meinen Augen nicht! Im Backstage veranstalteten Johannes und Gunnar die „Battle of Greven“! Stühle und Essen flogen durch den Raum. Eine Puppe aus Pappmache wurde vergewaltigt und in den Bus verschleppt! Leider hat sich die Braut dabei den Arm gebrochen. Irgendwann gegen 05.30 Uhr kam ein weibliches Wesen in den Saal und beendete mit lautem Gekreische unsere Party! Was ist denn in euch gefahren? Spinnt ihr denn alle? Am besten fragt sie wohl ihren Kollegen, den Veranstalter. „Des Todes“ hat voll gewirkt!
 
Euer Honest Martin

TOUR 2010: FRANKFURT (DE)

09.12.2010


The vampire is alive! Ich bin inzwischen zum Nachtmenschen mutiert. Das Leben beginnt um ca. 15 Uhr. Soundcheck, Nachtessen, Auftritt, ä bizeli Party und dann ab ins Bett!
Ich musste in Frankfurt einen Rucksack kaufen. Meinen Rucksack hatte ich vor zwei Monaten auf Kreta gekauft. Ein Eastpak Imitat für 10 Euro! Der erste war schon rund eine Stunde nach dem Kauf am Arsch. Reissverschluss defekt. Beim Umtausch meinte der Verkäufer, dass es ja genau deshalb immer zwei Schlitten in einem Reissverschluss habe: that’s why there is two! Hahaha, ich lach mich tot! Produktemanagement auf Griechisch. Dieses Mal ist gleich die ganze Naht gerissen. Das Modell taugt wahrscheinlich nur für den Transport von Bestechungspapieren!
Der Club war im Keller einer Bar. Der Geruch der einem in Rockclubs als erstes in die Nase steigt ist wohl Weltweit der selbe. Ein Gemisch aus abgestandenem Alkohohl, mit einer Brise Schweiss und einer feinen Note von Kotze! I Love it. Das beste Gegenmittel ist wenn 10 Musiker während dem Soundcheck eine Zigarette nach der anderen rauchen! Der Club war aber trotzdem ganz cool.
Die Zuschauer waren in Massen in den Saal geströmt. Ich habe jeden persönlich mit einem Handschlag begrüsst! Der Auftritt war voller Energie. Jessi ist nach eigenen Angaben fast explodiert. Chab hat im Mittelteil von “Do it again” eine Jazz Improvisation am Gesang zum Besten gegeben. Talentierter Mr. Chabo. Übrigens: Chabo bedeutet hier Idiot. Die Wurzeln hat der Ausdruck in der Sprache der Zigeuner. Nachtessen gab es an diesem Abend nicht. Wir haben 10 Euro Buy-Out pro Person erhalten. Sehr grosszügig oder?! Nachtessen gab es dann um 03.00 Uhr auf der Autobahn bei Mc Donalds. Für 10 Euro gibt es hier immerhin ein Big Mac Menü und einen Big Tasty mit Bacon. Sehr Gesund so eine Tournee!
Nachtrag zum Thema Namen: Namen haben es sowieso in sich! Der Schlagzeuger von Blind heisst Gunnar. Er spielt jeden Abend einen Song mit uns. Klar, dass wir Gunnar immer mit einem Donnerwetter auf der Bühne begrüssen. Wenn ich jedoch den Namen laut schreie, hört sich das wie “conard” an. Conard ist französisch und bedeutet Vollidiot! Keine Angst, im Gegensatz zu Chab ist Gunnar kein Idiot!
 
Euer Honest Martin

TOUR 2010: KOBLENZ (DE)

07./08.12.2010


Wir wussten schon von Anfang an, dass wir zwei Tage off haben werden. Die Frage war nur, wo wir diese am Besten verbringen werden.
Wir haben uns für Koblenz entschieden. Steve, der Sänger von Blind, mittlerweile auch bekannt als “der Mann mit der Treppe”, hat uns das Hotel Continental Pfälzer Hof empfohlen. Billig und zentral. Billig war es wirklich! Eine Absteige wie sie im Bilderbuch steht! Ein Teppich in abgeschossenem beige mit zahlreichen Brandlöchern verziert. Die Bettwäsche hatte an verdächtigen Stellen flecken und die Türklinke ist bei jedem Versuch die Türe zu öffnen herausgefallen! Die Hotelangestellten hätten auch gut in einen David Lynch Film die Hauptrollen spielen können. Der Dame an der Rezeption war es um 15 Uhr nicht möglich ein Pils zu zapfen, da das Restaurant angeblich erst um 18 Uhr öffnet! Immerhin war das Frühstücksbuffet sehr ansprechend! Die 3 Min.-Eier waren 10 Min.-Eier. Der Orangensaft war 2:1 mit Wasser gestreckt. Mein Tee hatte einen verdächtigen Nebengeschmack nach Kaffee!
Wir versuchten dieses kleine Ärgernis mit Shopping zu verdrängen! Ste, Chab und Jessi haben das Bruttosozialprodukt ganz schön angekurbelt! Ich habe Schuhe gesucht und keine gefunden! Bin danach mit Tom an den Weihnachtsmarkt gegangen. Kaffee Fertig kennt man hier nicht. Es gab Glühwein und Glühkirsch und sonst noch so hässliche Getränke mit Zimtgeschmack. Ich hab trotzdem ein Kaffee Fertig bestellt. Musste einfach dem Standpersonal eine kurze Einführung in die Schweizer Skihüttentrinkkultur geben! Jedenfalls hat sich der Typ an uns erinnert und am nächsten Tag ein Kaffe Fertig gemixt als hätte er nie etwas anderes gemacht. Nachtessen war super lecker. Wir waren mit Steve und seiner Freundin Anna in einer Tapas Bar. Circus Maximus, oben Beiz unten Club. In dem Club werden wir am 13.12 unseren Abschlussgig spielen.
 
Euer Honest Martin

TOUR 2010: KÖLN (DE)

06.12.2010


Nun sitz ich hier ein Tag nach dem Konzert in Köln in meinem Hotelzimmer in Koblenz. Es ist 03:12 Uhr und ich soll etwas Anständiges über den Gig in Köln schreiben! What the fuck should I say!
Normalerweise fühle ich mich ja sonntags nach “Nichtstun”! An diesem Montagabend fühlte wohl nicht nur ich mich so, sondern auch die anwesenden Nichtzuhörer.
Meine Performance war sicher nicht die Beste = (a)!
Die Kölner waren inaktiv geschaltet = (b)!
(a)+(b) = c = ”mandirhueräpennerweitdireigentlichmouäbrätschufdschnurreoderwas”
Macht aber nichts, was soll ich mir jetzt über diese Situation den Schädel zerbrechen?
Wenn ich so überlege was sich nach dem Konzert abgespielt hat, sind unsere Problemchen nur Peanuts! Wir hatten Besuch aus Holland. Arjen und Flo von Flight195 und Patrick, ein treuer Fan aus Roermond. Ich ging kurz raus um eine Zigarette zu rauchen. Patrick stand bei meinen Kumpels und alle hatten einen schockierten Blick drauf. Ich fragte nur was denn geschehen sei! Patricks Bruder war soeben gestorben. Wie soll man in einer solchen Situation reagieren? Eine Konfrontation die auch den abgebrühtesten Typen nicht kalt lässt! Wir sprechen Patrick und seiner Familie unser Beileid aus.
The Show must go on!
Highlight des Abends: Jessi hat noch Nikolaus gespielt. Er hat während der Show von Blind Geschenke an die Bandmembers verteilt! Jessi hat sich anscheinend am Abend vorher, von Daniel dem Lichttechniker von Blind, für diese kleine Einlage überzeugen lassen! Santa Jessi HO HO HO!

Euer Honset Martin

TOUR 2010: MÜNCHEN (DE)

05.12.2010


Ankunft  um ca 15.00 Uhr. Leichter Brummschädel und eine Stimme wie Marlon Brando in “Der Pate”! Wenn dass nur gut geht!
Zur Begrüssung gab’s erst mal Weisswürste. Hatte ich bisher noch nie und mein Urteil ist: Gar nicht mal so übel. Wenn die Würste noch warm, respektive heiss gewesen wären, hätte das Ganze sicher noch besser geschmeckt!
Im Backstage gibt es vier verschiedene Säle: gross, grösser, klein und kleiner. Mit Clawfinger haben wir im grossen Saal gespielt. Heute reichte es nur für den kleinen! Klein aber oho! Eine sehr angenehme Location mit viel Charme!
Beim Soundcheck kam meine „Marlon Brando-Stimme“ voll und ganz zur Geltung! Jessi musste ganz schön grinsen als er meine Gesangsversuche anhören musste! Macht doch nichts, dauert ja noch drei Stunden bis zum Auftritt!
Showtime war um 20.30. Meine Stimme hat gehalten! Wir haben vom ersten Moment an den Draht zum Publikum gefunden. Dumme Sprüche vom Sängern kommen ja nicht immer gut an! Hier hat es geklappt! Wir hatten an diesem Abend hohen Besuch aus Norwegen: Janni, eine Kollegin von uns, die zur Zeit für ein Filmprojekt in München arbeitet, war unser Gast. Woher wir diese Dame kennen, weiss ich nicht mehr wirklich. Kennengelernt in Dänemark, getroffen in Holland und gefeiert in Deutschland. Eine internationale Beziehung oder so. Jedenfalls sorgte Janni für gute Stimmung im ganzen Lager! Buscall war um 01.00. Brav wie immer, waren wir zur richtigen Zeit „on Board“!
 
Nachtrag zu den Weisswürsten: Ich hoffe schwer, dass diese Würste nicht aus dem Hause Hoeness stammten. Der Uli soll ja eine eigene Wurstfabrik besitzen! Ich würde doch nie den Manager des FC Bayern unterstützen!!!!!!!
 
Euer Honest Martin

TOUR 2010: LYSS (CH)

04.12.2010


Heimspiel auf der Tour mit Blind. Leider ist der Anfahrtsweg nicht wie gewohnt 10 km, sondern lächerliche 640 km! Hab ja eh nichts mitgekriegt, da ich wunderbar im Koma gelegen habe bis ich von den Sonnenstrahlen in meiner Fresse geweckt wurde! Betreffend Sonne eine kleine Anekdote: Während der Fahrt von Marne, ganz im Norden Deutschlands, Richtung Süden, fühlte ich mich wie in einem Wintermärchen in Norwegen. Ich dachte so für mich, dass anscheinend auch hier oben die Tage schon extrem kurz sind. Die Sonne schafft es kaum an den Himmel und sorgt nur kurz für etwas Wärme. Ich wurde darauf hingewiesen, dass die Scheiben an unserem Bus getönt sind. Für jede Illusion gibt es auch eine Auflösung! Ein sogenanntes Aha-Erlebnis darf ja nicht fehlen!
Wir waren wohl alle etwas nervöser als vor den bisherigen Auftritten. Da waren ja auch viele Verwandte und Kumpels im Publikum. Enttäuschen lag also nicht drin. Abgedrückt haben wir definitiv. Höhepunkt war der Mittelteil in „Garden Of Serenity“. Wir haben den Reggea-Teil aufs Maximum ausgedehnt und spielten den Monkey–Dance. Die Zuschauer fühlten sich wohl eher wie im Zoo als auf einem Konzert. (Live-Mitschnitt findet Ihr unten…)
Nach dem Konzert wurde heftig mit Freunden über unsere bisherigen Erlebnisse geplaudert. Leider fühlten sich wohl unsere Liebsten ein wenig vernachlässigt! Da wir um 08.00 losfahren wollten, lohnte es sich nicht mehr einen Abstecher in die eigenen vier Wände zu unternehmen. Zärtlichkeiten werden nach der Tour wieder ausgeteilt!
Party war angesagt. Im kleinen Club der Kufa wurde noch bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. Gunnar tanzte während 2 Stunden mit einem Besen, Jessi und ich widmeten uns nur ausgelesenem Schnaps. Es wird gemunkelt, dass die letzten erst um 06.30 im Bus waren!
 
Euer Honest Martin


Monkey-Dance (Live-Mittschnitt)


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TOUR 2010: WITTEN (DE)

03.12.2010


Über diesen Auftritt möchte ich nicht zu viele Worte verlieren. Ich überlasse das dem Jessi. Erwähnenswert ist meinerseits eher der kleine Ausflug mit Chab und Yves in die Innenstadt von Witten. Chab hat sich zwei Bücher und ein paar T-Shirts reingezogen. Yves hat eine Krawatte gesucht und diese nicht gefunden! Ich hatte urplötzlich Durst und hatte Lust auf ein Bierchen! Wir stürmten also in die nächstbeste Kneipe. OLD HOUSE war der Name und OLD war auch die Kundschaft!
Wir bestellten ein Pils für Chab und mich, Yves konzentrierte sich vorerst noch auf Cola. Wie das halt so geht.... auf ein Pils folg das nächste und aus Cola wurde Vodka!
Yves blühte zur Hochform auf. Er freundete sich zuerst mit der Bedienung an, stellte aber fest, dass die Zahnstellung dieser Dame namens Conny ihm nicht ganz in den Kram passte! Er stürzte sich also auf die zweite und einzige weibliche Person im Lokal. Ihren Namen habe ich vergessen. Yves hatte inzwischen etwa den sechsten Vodka gesoffen. Aus der Entfernung glaube ich gesehen zu haben, dass er versuchte der Tussi die Zunge in das Ohr und in den Hals zu stecken! Chab und ich bestellten munter weiter Pils und auf unserem Zettel standen inzwischen 16 Striche zu Buche! Gegen neun Uhr verliessen wir die Kneipe, bestellten ein Taxi und fuhren zur WerkStadt. Gespielt haben wir erst um 01.30. Hatten also genug Zeit um auszunüchtern!

Euer Honest Martin


Old House

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TOUR 2010: Berlin (DE)

02.12.2010


Die Voraussetzungen in Berlin waren ja mal wieder von der ganz speziellen Sorte!
Frau Holle war die ganze Nacht in super Stimmung und wollte einfach nicht aufhören ihre Kissen zu schütteln! Es hatte rund zehn Zentimeter von dem weissen Zauber auf den Strassen Berlins! Hinzu kommt, dass im Innenhof der Kulturbrauerei ein scheiss Weihnachtsmarkt aufgestellt ist! Problem: Wir konnten mit dem Bus nicht bis vor den Club fahren! Kein Problem für René (der Fahrer) und die11 starken Männer. Wir wollten also den Anhänger bis vor den Eingang schieben. Betonung auf wollten! Nach rund 50 Metern krachte es und das Stützrad war abgebrochen! Also mussten wir die ganze Backline rund 300 Meter über zugeschneite Pflastersteine geschleppt werden. Ok, zugegeben, eigentlich waren es nur 9 Starke Männer, Jessi und ich waren nämlich während dieser Zeit duschen und was essen! Nach zwei Tagen ohne Körperpflege war es höchste Zeit an gewissen Stellen wieder mal ein wenig Seife wirken zu lassen! Sorry Boys fürs drücken!
Das Konzert war, tja wie soll man das ausdrücken, sagen wir mal eher spärlich besucht! Scheissegal haben wir uns gesagt und haben eine solide Show hingelegt!
Inzwischen habe ich auch einen neuen Übernamen: kennt jemand den Hackl Schorsch? Anscheinend soll es da gewisse Ähnlichkeiten zwischen dem Rodler-Gott und mir geben! Nach der Show machten wir noch einen kurzen Abstecher in die „zu mir oder zu dir“ Bar. Raucherkneipe mit vielen schönen und gepflegten Männern die sich gegenseitig tief in die Augen schauen!

Cheers  
 
Euer Honest Martin


Anhänger

Tour 2010: MARNE (DE)

01.12.2010


Da ich nie Probleme mit schlafen habe, war die erste Nacht im Nightliner sehr gut auszuhalten. Laut Jessi hat er mich auf der letzten Tour jeweils nur zur Essenszeit und bei Pinkelpausen zu Gesicht bekommen! Wir sind irgendwann in der Früh in Marne angekommen. Wir machten gegen 11 Uhr einen kleinen Spaziergang durch das 6000 Seelen Dorf. Zeit für einen Kaffee. Aber eben, eines ist und bleibt wohl in Deutschland ungeniessbar und das ist das schwarze Bohnengetränk!
Wir spielten im Capitol. Ein Kino aus den 70ern in Originalzustand. Wir hatten noch nie einen derart geilen Backstage wie in dieser Location! Der kleine Saal wurde zur Garderobe umfunktioniert. Vor dem Konzert kamen wir zu einer Privatvorstellung von „Machete“ dem neuen Film von Robert Rodriguez! Sehr geil und unglaubliche Mengen an Kunstblut!!!!
Der Gig war solid. Wir konnten nach der Show einen sehr zufriedenstellenden Umsatz mit Merchandise verbuchen und durften sogar auf  den Bauch von minderjährigen Mädchen unterschreiben! Hallo, hallo, natürlich nicht auf die nackte Haut.... auf dem T-Shirt, wie es sich gehört! Da unser Fahrer seine Ruhezeit einhalten musste, waren wir gezwungen bis morgens um drei Uhr in der Bar zu feiern! Ich machte die Bekanntschaft mit zwei polnischen Gastarbeitern. Einer 50-jährig und betrunken. Der andere 20-jährig, betrunken und aggressiv.  Zu mir waren beide sehr nett! Die Herren haben mich zu mehreren „Kurzen“ (Vodka) eigeladen.  Als die Polska-Jungs dann aber noch unseren Bus stürmen wollten, wurde es mir zu Bunt. Wir verschlossen die Einganstüren und starteten eine Verdunkelungs-Aktion! Nach einem gescheiterten Versuch unsere Scheibenwischer abzureissen zogen die beiden Deppen von dannen!
 
Euer Honest Martin


Backstage

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TOUR 2010: START

30.11.2010


Da wir den Tourbus mit Blind teilen, mussten wir mit unserem ganzen Kram nach Gering (520 km von Biel) fahren.
Als wirtschaftlich gut funktionierender Verein, haben wir unseren Bandbus in der Zeit in der wir in Germania unterwegs sind vermietet. Problem? Wer bringt unseren Bus zurück nach Biel?!
Dank der modernen Plattform Facebook haben wir tatsächlich einen Fahrer gefunden. Thanx Sascha Frieden (seinerseits Weltmeister im Geschicklichkeitsfahren mit Lastwagen).
Nach rund 350 km Fahrt, war  Ende Scheibenreiniger! Halt an der Tanke. Motorhaube auf und was entdeckt unser Fahrer?! Der scheiss Wasserschlauch hatte einen Riss! Erste Reparaturversuche mit Kaugummi und Klebeband sind misslungen. Glücklicherweise hat Jessi im Tankstellen-Shop eine Familienpackung Isolierband aus Polen gekauft. Zweiter Reparaturversuch war gelungen. Um 22h sind wir im arschkalten Gering angekommen. Der erste Eindruck von den Jungs von Blind war extrem positiv! Sympathische Kerle mit denen wir sicher ein paar fette Partys feiern werden.
Dann der Grosse Moment: Bettenbezug im Tourbus! Wer will wo liegen, wieviel Material hat im Stauraum platz, wo ist Raucherzone und darf eigentlich in der Bordtoilette gekackt werden? Nach 20 Minuten war auch das alles geklärt und los ging die Fahrt.
We are back on the road!  
Kleine Anekdote nebenbei: In Deutschland ist auf  Aludosen Pfand. Wir wollten an der Tanke alle leeren Bierdosen, die wir aus Gewohnheit zusammengedrückt hatten retournieren. Die Antwort des Personals: Dose nix gut. Isse ja kaputt. Muss original Dose sein! Er hat mir dann noch eine Musterdose gezeigt und gesagt: Schauen so musse Dose sein! Pech für mich. Schade fürs Alu. Ist alles im Müll gelandet!
 
Euer Honest Martin


Tourbus

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